Der Regulationshorizont / Der Innovationshorizont | Beteiligung und Gremien

Beteiligungskultur modernisieren

<< zurück zum Handlungsfeld

Ziel

Gegenstand dieses Arbeitsthema ist es, Ideen zur Modernisierung der Beteiligungskultur in der Nordkirche zu entwickeln.

Hintergrund

Ehrenamtliche sind ein großer Schatz unserer Kirche. Das sagt sich leicht und bedeutet zugleich so viel. Durch den gesellschaftlichen und kirchlichen Wandel verändern sich die Rolle und die Rahmenbedingungen ehrenamtlichen Engagements. Insbesondere Leitungsaufgaben werden anspruchsvoller, zeitintensiver und tendenziell überfordernder. Es fällt zunehmend schwerer, Menschen für ein Engagement in und mit Kirche zu begeistern. Wesentliche Teile der kirchenaffinen Gesellschaft werden kaum oder nicht erreicht. Dies mag auch daran liegen, dass die bisherigen Formate des Mitmachens nicht für jeden und jede passen.

Damit ehrenamtliche Tätigkeiten in Kirche und Diakonie zukünftig attraktiv bleiben und attraktiver werden, mahnen viele Rückmeldungen aus der ersten Beteiligungsschleife des Zukunftsprozesses ein Überdenken der bestehenden Einbindungsformate und -strukturen an. Beteiligungsformate müssen zukünftig noch passgenauer, flexibler und partizipativer gestaltet sein, um Menschen zur Mitarbeit zu motivieren und zu gewinnen.

Arbeitsstand und Impulse

Die Nordkirche braucht neue Formen der Beteiligung, die dazu geeignet sind, auch künftig Menschen für ein Mitwirken in Kirche zu begeistern. Im Rahmen einer Online-Befragung wurden dazu Ideen für alternative Beteiligungsformate gesammelt (siehe unten). Sie wurden in einem Workshop unter der Fragestellung ausgewertet, wie die Beteiligungsmöglichkeiten in  der Nordkirche erweitert werden könnten. Von besonderem Interesse war dabei, welche neuen  Formen der Beteiligung das Gremiensystem der Nordkirche  sinnvoll ergänzen könnten. Denn die steigende Pluralität der Lebenswelten der Kirchenmitglieder lässt sich über die traditionellen Delegationsverfahren nicht mehr ausreichend abbilden.

Im Ergebnis wird vorgeschlagen, das bestehende Gremiensystem um offene digitale Beteiligungselemente zu ergänzen. Besonders geeignet  erscheinen hier die Möglichkeiten einer online-Beteiligungsplattform. Sie könnte auf mindestens drei Weisen genutzt werden: Erweiterung der Synodenarbeit um Beteiligungselemente; transparente Prozessdokumentation; Initiativmöglichkeit für Kirchenmitglieder. Die Koordinierungsgruppe schlägt vor, ein entsprechendes online-Tool im Zuge der Synodenarbeit zu pilotieren, um mögliche Anwendungsfelder zu erproben.

Parallel dazu sollen mit Unterstützung der Institutionsberatung bis Ende 2023 Vorschläge entwickelt werden, wie das Gremiensystem um weitere Beteiligungselemente erweitert werden kann. Zudem wird der Synode empfohlen, ein Initiativrecht für Kirchenmitglieder zu etablieren.

Infografik zur Umfrage

Arbeitsweise

Unter Leitung von Präses Ulrike Hillmann wurden eine Online-Befragung und ein Workshop mit Interessierten durchgeführt.

 

Termine

15. bis 26. September 2021 Online-Umfrage (abgeschlossen, Ergebnisse siehe oben)

21. Oktober 2021 Workshop mit Interessierten (Impuls liquid democracy e.V.)

Haben Sie Erfahrungen mit online-Beteiligungsplattformen (wie z. B. adhocracy+), die uns in unseren Überlegungen weiterhelfen?

Mehr Infos zur Kommentierung

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare (1)

  • diejungen
    diejungen
    am 22.01.2022
    Eine Quote für junge Menschen sollte oberstes Ziel und Priorität haben und nicht parallel und zeitgleich mit einer Parität zwischen Frauen und Männern eingeführt werden, weil diese das Ziel, junge Menschen bei der Übernahme von Verantwortung zu bevorteilen, beeinflussen und auch behindern wird. Es sollte kirchenpolitisch ausgekoren sein, wie viele und welche Quoten wir uns in einem kirchlichen Beteiligungsverfahren leisten können. Der Schwerpunkt sollte auf der Generationsnachfolge liegen, um kirchliche Leitung auch in Zukunft sicher stellen zu können. Die Beteiligung junger Menschen erfolgt nicht in strenger Parität zwischen Frauen und Männern. Der Schwerpunkt bei der Beteiligung junger Menschen liegt auf dem Lebensaltersbezug und nicht auf dem Geschlecht. Damit soll doch gerade die uns abhandenkommende Junge Generation zurückgewonnen werden. Für die Zukunft unserer Kirche ist die Generationenfrage zur Übertragung von mehr Verantwortung wichtiger, existenzieller, als eine reine geschlechtergerechte Parität in kirchlichen Gremien abbilden zu wollen. Die jungen Menschen werden nicht durch Parität motiviert, sondern durch Innovationen, die aus der Einzigartigkeit und Kreativität der jeweiligen Person folgt. Ob sie von jungen Frauen oder von jungen Männern hervorgeht, ist da eher zweitrangig. Setzen wir hier auf Parität, werden einzelne Innovationsträger eher gehemmt als ermutigt, sich in kirchliche Verantwortung mit einbinden zu lassen.

Ansprechbar für Sie

Haben Sie Fragen, Ideen, Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Arbeitsthema? Melden Sie sich gern!

Kontakt aufnehmen